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Klimaanpassung im Obstbau

Updated on 21. September 2022

mehr als ein Exot

Asimina triloba, auch Pawpaw oder Indianerbanane genannt, wird bereits in Weinbaugebieten in Deutschland kultiviert. Durch die Klimaerwärmung kommen nun auch andere Obstbaugebiete für den Anbau in Frage. In Veitshöchheim an der LWG (sandiger Lehm, Bodenwertzahl 28, Humusgehalt um 1 %, pH-Wert 7,2 – 7,3, sommertrocken) wachsen je 5 Bäume von 5 verschiedenen Sorten als zweijährige Veredelung auf Sämlingsunterlagen, seit 1998. Nach 3 Jahren blüht, Mitte bis Ende Mai, die Pawpaw das erste Mal. In Europa fehlen manche Insekten zur Bestäubung, so dass für den Erwerbsobstbau lediglich ganz (‚Prima‘) oder teilweise (‚Sunflower‘) selbstfruchtbare Sorten in Frage kommen, da hier das Ertragspotenzial höher ist. Ab Ende September sind 2-4 Pflückdurchgänge erforderlich, wenn die Schalenfarbe von Grün auf Gelb-Grün umschlägt. Die druckempfindlichen Früchte sollten bei 2 – 3 °C gelagert werden. Die Erträge schwanken stark, da stärkere Schnitte benötigt sind um die Baumhöhe zu halten. An der LWG wurden nach Spätfrösten 2011 lediglich 3 kg pro Baum geerntet, im darauffolgenden Jahr bis zu 34 kg pro Baum (‚Sunflower‘). In „normalen“ Jahren kann mit 7 – 10 kg pro Baum gerechnet werden. Dabei empfiehlt sich eine (Tröpfchen-) Bewässerung von Anfang an. Winterfrostschäden sind nicht zu erwarten. Es wurden wiederholt Jahre mit -18°C und sogar Tiefstwerte von – 26 °C ohne Schäden überstanden. Da in Deutschland keine Fungizide oder Insektizide notwendig sind, bietet sich der ökologische Anbau an. Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier: https://bit.ly/3MofBFo

Quelle:  LWG „Indianerbanane“ – mehr als ein Exot https://www.lwg.bayern.de/gartenbau/baumschule/079522/index.php [18.11.21]

Land: Deutschland, BY

Institut: Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)

Kultur: Pawpaw

Sorte:  ‚Prima‘, ‚Sunflower‘, ‚Overleese“ Prolific‘ ‚NC 1‘ ‚Taytoo‘