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Klimaanpassung im Obstbau

Nützlingseinsatz im Beerenobstanbau

Ernteverfrühung, erhöhte Ertragssicherheit, bessere Fruchtqualität und Kulturschutz sprechen für den Trend zum geschützten Anbau im Beerenobstbereich. Es bringt aber auch neue Herausforderungen, wie z.B. die Schädlingsregulierung.
Die gemeine Bohnenspinnmilbe (Tetranychus urticae) fühlt sich bei trockenen und warmen Bedingungen wohl. Bei 25 °C entwickelt sich ein Ei in 10 Tagen zum adulten Tier. Im geschützten Anbau kann es bei warmen Frühjahrstemperaturen schnell zu einer hohen Population kommen. Die Raubmilbe (Amblyseius californicus) kann vorbeugend eingesetzt werden. Unter optimalen Bedingungen ist sie in 5 Tagen vom Ei zum adulten Stadium ausgewachsen. Adulte Tiere fühlen sich bei < 60 % Luftfeuchte wohl. Sie werden in Tüten ausgebracht, von denen sie in die Kulturen immigrieren. Bei Erdbeeren werden die Tüten an die Blattstiele gehängt, bei Strauchbeeren in etwa 1,20 m Höhe. Dabei ist ein frühzeitiger Einsatz wichtig. Wenn die Spinnmilbenpopulation bereits im Aufbau ist, kann die Raubmilbe (Phytoseiulus persimilis), welche sich ausschließlich von Spinnmilben ernährt, ausgebracht werden. Das Larvenstadium benötigt Feuchtigkeit, es muss also zur Taubildung kommen oder regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Die Gallmücke (Feltiella acarisuga) können als Puppen oder adulte Tiere ausgebracht werden. Die Eier werden in der Nähe von Spinnmilbennestern gelegt und die nachkommen saugen dann die Spinnmilben aus.

Quelle:  Finder, S. (2021). Nützlingseinsatz gegen Schädlinge im Beeerenobst. Obstbau: Das Fachmagazin. 04/2021. 240-243.

Jahr: 2021

Land: Deutschland, NRW

Kultur: Erdbeere; Himbeere