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Klimaanpassung im Obstbau

Sonnenbrand am Apfel

Im Zuge der steigenden Temperaturen wird Sonnenbrand an Äpfeln ein mehr und mehr präsentes Thema. Neben der Temperatur spielt die Sonneneinstrahlung, vor allem UV-B Strahlung eine Rolle. Es werden drei verschiedene Sonnenbrand-Arten unterschieden, Sonnenbrand-Nekrosen, Sonnenbrand Verbräunung und Photooxidation. Die Sonnenbrand-Verbräunung wird ausschließlich von der Temperatur hervorgerufen und tritt bei Fruchtobeflächentemperaturen über 52 °C auf. Die hohen Temperaturen führen zur Gerinnung von Eiweiß, was letztendlich zu Nekrosen führt und gleichzeitig eine Möglichkeit zum Eindringen von Pilzsporen bietet. Bereits ab einer Oberflächentemperatur von 46 °C, aber in Verbindung mit erhöhter Sonneneinstrahlung können Sonnenbrand-Verbräunungen entstehen. Sie ähneln den Nekrosen, führen aber zu gelben bis bräunlichen Stellen am Apfel, welche während der Lagerung auch ins Innere des Fruchtfleisches vordringen können. Die Photooxidation ist nicht von er Temperatur, sondern nur von der Einstrahlung, bzw. einer raschen Erhöhung der Strahlung abhängig. Durch Entblätterung, Ausdünnung oder einem frühen Pflückdurchgang können vorher schattierte Früchte höherer Strahlung ausgesetzt werden. Aber auch ein Wetterumschwung nach längerem Regenwetter und anschließender Einstrahlung kann zu anfangs bleichen Stellen führen, welche sich nach ein paar Tagen bräunlich verfärben. Wenn solch einem Wetterumschwung sollten auf Maßnahmen wie Sommerschnitt verzichtet werden. Bei einem Versuch an der Versuchsstation ESTEBURG wurde genau das gemacht, mit der Folge, dass 10,5 % der Früchte Sonnenbrand aufwiesen, während in einer Kontrollanlage ohne Schnittmaßnahmen keine Schäden entstanden. Die Schäden nach einem Sommerschnitt können mit einer Kaolin-Applikation gemindert werden. So waren nur 3,2 % der Früchte von Sonnenbrand betroffen. Das Kaolin hinterlässt allerdings Spritzflecken, die bei trockener Witterung bis zur Ernte bestehen bleiben können. Um den Einfluss von Wind zu untersuchen wurde in einem weiteren Versuch ein Axial-Gebläse vom Sprühgerät zur Luftstromerzeugung von 1 – 1,5 m/s verwendet. Damit konnte die Oberflächentemperatur um bis zu 5 °C gesenkt werden. Auch Pflanzenschutzmittel können Einfluss auf Sonnenbrandschäden haben. Besonders der Einsatz von Schwefelpräparaten wirkt sich negativ aus. Weitere Versuche zeigten auch eine Tendenz zur Zunahme von Schäden nach dem Einsatz von Insektiziden oder Blattdünger Applikation. Die effektivste Methode gegen Sonnenbrand vorzugehen ist die Beregnung. Damit kann die Temperatur um über 10 °C gesenkt werden. Dazu muss allerdings genug Wasser in guter Qualität zur Verfügung stehen.

Quelle:  Wiebusch, J-H. (2019). Sonnenbrand an Äpfeln. Mitteilungen des Obstbauversuchsringes des Alten Landes e.V. am ESTEBURG – Obstbauzentrum Jork. 74, 165-169

Jahr: 2019

Land: Deutschland, HH

Institut: Obstbauzentrum Jork, Altes Land

Kultur: Apfel

Sorte:  Braeburn